PZG-Gewieher 20.11.2019


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9. PZG Holledau- Freispringcup 2019

Eine glatte 10
Neues Konzept beim Freispringcup begeistert
 Einmal mehr scheint es der PZG Holledau gelungen zu sein, mit ihrem neuen Konzept eine zukunftsfähige Veranstaltung zu entwickeln. In den vergangen Jahren waren, nicht nur beim eigenen Cup, rückläufige Starterzahlen bei Freispringwettbewerben zu verzeichnen. Mit über 60 Starts in den Pferdeprüfungen waren nun am 26. Oktober viele Züchter, Beschicker und Reiter der Einladung auf die perfekt für diesen Cup vorbereitet Anlage von Gut Winkelacker gefolgt. Mehrere hundert Zuschauer verfolgten im Laufe des Tages das vielfältige Programm rund um die jungen Springpferde sowie dem reiterlichen und züchterischen Nachwuchs. „Für eine erste Veranstaltung war das doch eine glatte 10“ fasste Hausherr Soenke Kohrock am Ende des Tages zufrieden zusammen. Und auch das Feedback der Teilnehmer und Besucher war durchweg positiv. „Ich bin heute als Zuschauer hier und habe so eine abwechslungsreiche Veranstaltung noch nie erlebt“ bemerkt Linda Krabichler. „Auf der einen Seite ist hier alles hoch professionell organisiert aber ohne dabei den familiären Charakter zu verlieren. Hier ist für jeden etwas geboten.“
Nahe der Perfektion
Bei den namensgebenden Freispringprüfungen vergaben die Richter Jürgen Strauß und Jan Schimsheimer (Foto oben) jeweils drei Einzelnoten: für Manier/Technik/Übersicht, das Vermögen sowie für Leistungsbereitschaft/Interieur. Zusammen konnten so maximal 30 Punkte erzielt werden.  

Nahe an die Perfektion heran sprang, mit der absoluten Tageshöchstpunktzahl 28, die Freispringchampionesse der dreijährigen Stuten/Wallache.  In dem rein weiblichen Feld setzte sich Cosmopolitan (Cornet Obolensky / Chepetto), aus der Zucht und vorgestellt von Angela Imhoff (Landshut), an die Spitze der neun Starter. Mit viel Übersicht sprang der Schimmel in der Gasse, so dass Strauß anerkennend den Hut zog: „Chapeau, das sieht spielerisch, selbstsicher und gelassen aus!“ Das Vermögen und die Leistungsbereitschaft wurden mit 9,5 bewertet!
Insgesamt war die Qualität der Jungpferde in dieser Prüfung überdurchschnittlich. Nicht minder vermögend wie die Siegerin, trennte die zweitplatzierte Deichelfe (Dinken / Cassaro) dann auch nur 0,5 Punkte vom Sieg. Die modern aufgemachte Stute (Foto unten links) überzeugte mit ihrer auffallenden Hinterbeintechnik und einem exzellenten Sprungablauf. Strauß: „Wir sehen eine gute Bascule, außerdem geht das Hinterbein schön nach hinten und oben, das Pferd öffnet hier extrem gut und zeigt sich unwahrscheinlich dehnungsbereit in der Oberlinie.“ Maria und Franz Irl (Neunburg vorm Wald) stellten die selbst gezogene Deichelfe vor.

Dynamisch und großzügig sprang Siria`s Bellina (Balous Bellini / Lordanos) auf den dritten Rang (Foto oben rechts). Trotz eines Fehlers wurde die symphytische Braune nicht schüchtern, sondern behielt Übersicht und Gelassenheit am Sprung. Züchter und Besitzer Karl Gruber (Ingolstadt) bekam an diesem Tag für weitere Pferde aus seiner Nachzucht noch einige Schleifen. Unter anderem auch für den Halbbruder von Siria`s Bellina, der insbesondere unter dem Sattel auf sich aufmerksam machte.  
Eigene Prüfung für Hengste
Das erste Mal wurde für drei- und vierjährige Hengste eine eigene Prüfung ausgeschrieben, die mit sechs Startern durchgeführt werden konnte. Es siegte der, bei verschiedenen Verbänden mehrfach gekörte, dreijährige Kanthago de Revel Z (Kannan / Carthago Z) mit einer Gesamtpunktzahl von 26,5. „Ein gut modelliertes junges Pferd mit guten Körperpoints“ kommentierte Jürgen Strauß. „Er zeigte ein gutes, kraftvolles Abfussen bei exzellenter Vorderbeintechnik.“ Besitzer Stefan Rödl (Nittenau) hat den Schimmelhengst zweijährig in Belgien direkt vom Züchter gekauft. „Er ist ein Ausnahmepferd, schon alleine wegen seiner Blutlinie. Er stammt aus dem direkten Mutterstamm des Quidam de Revel, von dem es nur ganz wenige männliche Nachkommen gibt.“ Der spätgeborene Hengst, der laut Rödl „charakterlich sehr gechilled ist“, soll nächstes Jahr seinen Sporttest und die 14-Tage-Prüfung absolvieren.
Von Rödl wurde auch der dreijährige Vizechampion Kannandillo, ebenfalls ein mehrfach gekörter Sohn des belgischen Champions Kannan, vorgestellt. Der moderne und blutgeprägte Schwarzbraune (Foto unten links) sprang mit sehr guten Reflexen. „Das Pferd reagiert mit viel Übersicht und hoher Vorsicht. Die Hinterbeinmechanik ist sehr gut - gut öffnend nach oben und mit viel Schnellkraft.“ (Strauß) Diesen Junghengst hat Stefan Rödl in Holstein gekauft. „Wir kaufen ausschließlich direkt vom Züchter. Da bekommen wir die Rohdiamanten, die wir dann selber herrichten. Uns ist die Kontinuität in der Ausbildung sehr wichtig. So wissen wir, wie die Hengste angelangt sind.“

Dynamisch wurde der vierjährige Davicii F (Diacontinus / Toronto) von seiner Besitzerin Alexandra Welk (Gmund am Tegernsee) vorgestellt. Der Hannoveraner (Foto oben rechts) sprang sehr willig, mit genügend Vorwärtstendenz und hätte insgesamt  noch etwas losgelassener sein können. In der Platzierung gab es die weiße Schleife für ihn.
Acajou wird Doppel-Championesse
Das Feld der 11 vierjährigen Stuten und Wallache war, insbesondere an der Spitze, qualitativ sehr eng. Auch hier entschieden die Stuten die Ränge unter sich. Mit nur 0,4 Punkten Rückstand sicherte sich Namira (v. Naldo) den Reservesieg. Sie präsentierte sich mit einem „guten, vermögenden Flugsystem“ (Strauß), vorsichtig und mit Übersicht agierend (Foto oben links). Gezogen und vorgestellt wurde die Schwarzbraune von Manfred Wöllmer (Nördlingen), der einmal mehr mit der Nachzucht aus seiner Roana (Ramiro Z / Swap xx) Schleifen sammeln konnte. Unter anderem hatte Cassai W (v. Casdorff) hier beim Superjump einst seinen ersten Turnierstart, der damals ebenfalls mit der silbernen Schleife belohnt wurde und der mittlerweile siebenjährig international im Parcours unterwegs ist. Außerdem brachte Roana, die mittlerweile in allen vier Leistungsstutbüchern eingetragen ist, auch den gekörten Hengst Chamiro (v. Chambertin), den 2. Reservesieger der Süddeutschen Körung, der bis zur schweren Klasse erfolgreich ist.
Reaktionsschnell und leichtfüßig überwand die Championesse die Hindernisse (Foto oben rechts). „Das Pferd entwickelt richtig viel Schnellkraft und fußt dynamisch, bei erhaltener Leichtigkeit, ab“ fasste Jürgen Strauß zusammen. „In der Gasse entwickelt sie unheimlich viel Eigeninitiative und das schnelle Lösen vom Boden ist weit überdurchschnittlich.“ Dafür bekam die Siegerin Acajou (Casallco / Chico´s Boy) im Vermögen die 9,0. Die hübsche Stute ist seit März diesen Jahres in Malching auf der Hengststation Holzeder im Beritt (Z/B: Caterina Bader, Vatersdorf). Bisher wurde sie ausschließlich von Micha Lampl geritten, die sie auf Gut Winkelacker auch für den Superjump sattelte. Zufrieden und Losgelassen bestätigte Acajou ihr Potential unter dem Reiter, war reaktionsschnell und zeigt eine gute Bascule. Mit der Wertnote 8,0 war dies die zweite Siegesschärpe an diesem Tag. Nächstes Jahr soll `Jou Jou´, wie die feine Stute von ihrer Reiterin genannt wird, die ersten Turniere gehen. Auf dem Weg dorthin war der Freispringcup mal wieder ein idealer Einstieg: „Es ist ihr erster öffentlicher Auftritt“ erzählt Johannes Holzeder. „Vielleicht wird es ja wieder so ein international erfolgreiches Pferd wir Cristalline, die auch am Freispringcup ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte.“ (Anmerkung:  Cristalline - `The Superstarmare´ gewann mit dem US-amerikanische Team bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon die Mannschafts-Goldmedaille.)

Ebenfalls für den Superjump hatte Franziska Meister (Beilngries) die schwarzbraune Tochter des Comme il faut Honey gesattelt (Z/B: Sören von Rönne, Neuendeich). Im Freispringen (Foto unten links) überzeugte das hübsche Stütchen schon mit viel Schnellkraft und guter Übersicht und wurde mit der weißen Schleife geehrt. Die Richter bemerkten dabei, dass sie noch etwas gelassener einspringen könnte. Meister scheint Honey genau diese Sicherheit im Sattel zu geben. Wieder sehr reaktionsschnell, leistungsbereit und ehrgeizig überwand sie die Hindernisse. Mit 7,8 war dies der Reservesieg.

Im Superjump konnten alle Vierjährigen, die sich im Freispringen gezeigt hatten, an den Start gehen. 9 Paare nutzten die Chance, ihre Qualitäten auch unter dem Sattel unter Beweis zu stellen. Im Freispringen hatte Buitenverwachting seine vermögende Qualität schon angedeutet, war aber vielleicht etwas „überehrgeizig“ (Strauß). Der Halbbruder von Siria´s Bellina (3. Platz der 3-Jährigen) wurde für den Superjump dann von Wolfgang Winter (Geisenfeld) gesattelt. Nun konnte der sportiv aufgemachte Hengst (Foto oben rechts), ein Sohn des Weltvererbers Balou du Rouet, eindrucksvoll andeuten, was in ihm steckt und wurde mit der Wertnote 7,7 Dritter.   
Qualitätsvolle Sportponys
Vier Deutsche Reitponys eröffneten am Vormittag das Freispringen in der Gasse und zeigten überdurchschnittliche Qualität! Es siegte der im Vorjahr Zweitplatzierte Magic Mike (Magic Cornflakes / Courage), der wieder von seiner jungen Besitzerin Mya Noemie Keller (Rennertshofen) vorgestellt wurde. Er sprang sehr selbstsicher und engagiert, mit einem klaren Absprungverhalten. Manier und Vermögen bewerteten die Richter je mit einer glatten 9, für die Leistungsbereitschaft gab es sogar die 9,5! Seit letztem Jahr im Herbst wird der braune Wallach von  der elfjährigen Mya geritten und diese hat ihn bereits in WBO-Prüfungen, Springen Kl. E und Springpferdeprüfungen Kl. A vorgestellt und platziert.
Auf dem zweiten Rang gab es ein Widersehen mit der dreijährigen Freilauf-Reservesiegerin von Mammendorf. Ebenso wie die Richter im Freilaufcup wiesen Strauß und Schimsheimer explizit auf die exzellente Galoppade und das enorm aktive Hinterbein der Stute hin. May Belle (Movie Star / River Dance), gezogen von Dr. Rupprecht Betz (Schernfeld), zeigte mit viel Überblick am Sprung nun zusätzlich ihre hervorragende Vorderbeintechnik, mit beiden Beinen im Gleichmaß und schön an den Körper gezogen (Foto unten links). An der Hand ihrer Besitzerin Tatjana Gabler (Workerszell) bekam die Fuchsstute wieder die silberne Schleife.
Das letzte von, der inzwischen verstorbenen, Freifrau Marie von Redwitz (Rennertshofen) gezogene Pony platzierte sich auf dem dritten Rang. Die noch etwas schüchterne, dreijährige Stute Giglbergs Golden Girl (Movie Star / Nemax) konnte ihre gute Technik mit der ausgeprägten Bascule zeigen (Foto oben rechts) und darf noch in ein routiniertes Springen hinein wachsen. 
Überraschte Siegerin bei den Jungzüchtern
Der Morgen des abwechslungsreichen Tages rund um den Springsport stand unter dem Motto `Weiterbildung & Schulung in Theorie & Praxis` mit dem Fortbildungsseminar „Exterieurbeurteilung, Bewegungsablauf und Freispringen beim Pferd“. Jürgen Strauß vermittelte den rund 20 Teilnehmern in der Halle zuerst die theoretischen Grundlagen mit Unterstützung einer PowerPoint-Präsentation. Anschließend wurde ein Pferd im Freilaufen und über die Freispringgasse besprochen. Zwei weitere Springpferde absolvierten die Gasse, die nun sowohl von den Jungzüchtern als auch den Seminarteilnehmern eigenständig beurteilt wurden. Der abschließende Theorie-Fragebogen rundete das Seminar und den Beurteilungswettbewerb ab.
Es gewann bei den Jungzüchtern - untern den fünf jungen Damen - die 13jährige Lena Huber (Grafendorf), die sowohl in der Beurteilung als auch in der Theorie eine 9,0 hatte. „Toll! Ich war heute das erste Mal beim Jungzüchterwettbewerb mit dabei und habe gleich gewonnen“ freute sich Lena, die eigentlich gar nicht teilnehmen wollte. „Die vorangegangene Schulung war sehr interessant und der Fragebogen war dann auch genau auf die Schulung abgestimmt. Besonders über die Ehrenpreise habe ich mich sehr gefreut.“ Es folgten punktgleich Luisa Härtl (Winden) und Antonia Bittl (Eichstätt). Den Sonderehrenpreis für die beste Beurteilungs- und Theorieleistung der Erwachsenen bekam Andrea Tölle (München), die ebenfalls zweimal mit 9,0 punkten konnte (Foto unten mitte).

Auch Renate Kohrock, Geschäftsführerin des Reit- und Fahrvereins Richelsdorf, war beeindruckt: „Ganz toll! Besonders gut haben mir das Seminar am Morgen und die Jungzüchterveranstaltung gefallen. Die Ausführungen waren wirklich sehr informativ. Dass hier schon die jungen Leute so toll mitgenommen werden ist einzigartig!“ Frau Kohrock engagiert sich selbst seit vielen Jahren für den Nachwuchs und leitet in Hessen unter anderem das Pilotprojekt „Reiten als Schulsport“. Es bot sich an, die langjährige Richterin bei den abschließenden Springreiterwettbewerben mit an den Richtertisch zu holen. In der ersten Prüfung bis 50 cm (Foto oben links) setzte sich mit 8,5 Jule Pesch mit ihrem Deutschen Reitpony Doo Little EW an die Spitze der 13 Starter. Es folgten Franziska Betz auf Floricella HS (WN 8,0) und Denis Kolles auf Markiza Ewita (WN 7,2). Für den nächsten Parcours über 60 cm hatten sich 15 Starter gemeldet. Die zuerst zweitplatzierte Franziska Betz konnte nun den Wettbewerb, vor Luisa Härtl auf Novero K (WN 7,8) und wieder Denis Kolles auf Markiza Ewita (WN 7,6), für sich entscheiden (Foto oben rechts).
Stimmen rund um den Freispringcup:
Wulf-Dieter BRÜCKMANN: Die Veranstaltung ist sehr professionell aufgezogen, die Pferde werden in der Freispringgasse genau richtig unterstützt. Der Boden und die Anlage sind perfekt. Die Zuschauerresonanz ist überzeugend. Die Richter sind sehr kompetent. Man sieht, dass da ganz viel Arbeit hinter so einer Veranstaltung steht und da eine ganz tolle Mannschaft am Werk ist.

Karl GRUBER: Eine rundum gelungene Veranstaltung! Großen Dank an Soenke Kohrock für die Zurverfügungstellung der Anlage und die perfekte Präparierung der Halle. Der Zuschauerzuspruch ist wirklich toll!
Ingrid EBNER: Die Halle ist schön hell und die Veranstaltung toll. Das Beurteilungsseminar hätte mich sehr interessiert, war für die Beschicker aber zu früh. 

Uwe KELLER: Sehr gut hat uns gefallen, dass es dieses Jahr auch einen Geldpreis für die Platzierten bei den Ponys gab. In Bayern führen die Ponys ja häufig noch ein Schattendasein, dieses Jahr gab es ja noch nicht einmal die Möglichkeit sich in Bayern für das Bundeschampionat zu qualifizieren. Vielleicht wäre das mal eine Überlegung für die PZG so eine Qualifikation nächstes Jahr auszurichten. Insgesamt eine tolle Veranstaltung mit einer hervorragenden Organisation.
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Ein herzliches Dankeschön an die zahlreichen Gebern von Sach- und Geldpreisen!!!



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Text und Konzept:
Katrin Landes

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